5 häufigste Fehler bei der Kündigung in der Probezeit
Die kritischsten Fehler bei Probezeit-Kündigungen und wie Sie diese vermeiden. Mit rechtlichen Grundlagen nach BGB §622.
Rechtliche Quellen: BGB §622 Abs. 3, BAG-Urteile
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf deutschem Recht und offiziellen Quellen. Die vollständige Artikelversion mit allen Details, Beispielen und FAQs wird in der Produktionsversion bereitgestellt.
Die Probezeit gilt oft als 'Testphase', in der beide Seiten flexibel bleiben wollen. Doch gerade bei der Kündigung in der Probezeit unterlaufen sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern häufig folgenschwere Fehler. Ob es um die falsche Berechnung der Fristen nach § 622 Abs. 3 BGB oder die missachtete Schriftform geht – ein kleiner Patzer kann aus einer 2-Wochen-Frist schnell ein monatelanges Rechtsverhältnis machen.
📊 Probezeit-Fakten 2026
Statistiken der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2026 belegen: Rund 15 % aller Arbeitsverhältnisse enden bereits innerhalb der ersten sechs Monate. In 40 % dieser Fälle erfolgt die Kündigung durch den Arbeitnehmer. Erschreckend ist jedoch, dass jede vierte Kündigung in der Probezeit aufgrund von Formfehlern oder falsch berechneten Fristen vor dem Arbeitsgericht landet, wobei die Erfolgsquote für Kläger bei über 65 % liegt.
Fehler 1: Die falsche Fristberechnung
Der häufigste Irrtum ist die Annahme, dass die Kündigungsfrist in der Probezeit immer zum 15. oder Monatsende laufen muss. Gemäß § 622 Abs. 3 BGB kann in der Probezeit mit einer Frist von zwei Wochen zu jedem Tag gekündigt werden.
Beispiel: Kündigung "auf den Tag genau"
Wird die Kündigung an einem Mittwoch zugestellt, endet das Arbeitsverhältnis genau zwei Wochen später am Mittwoch um 24:00 Uhr. Arbeitgeber versuchen oft fälschlicherweise, zum Monatsende zu kündigen und verschenken damit Zeit und Geld, während Arbeitnehmer oft glauben, sie müssten länger bleiben als nötig.
⚠️ Achtung: Keine Probezeit ohne Vereinbarung!
Steht im Arbeitsvertrag nichts von einer Probezeit, gibt es auch keine verkürzte Kündigungsfrist. Es gelten dann sofort die 4 Wochen nach § 622 Abs. 1 BGB. Das "Vorschalten" einer Probezeit ist kein automatisches Gesetz, sondern eine vertragliche Option.
Fehler 2: Missachtung des Sonderkündigungsschutzes
Viele denken: "In der Probezeit kann jeder gefeuert werden." Das stimmt nicht. Es gibt Gruppen, die von Tag eins an geschützt sind:
Schwangere
Ab Beginn der Schwangerschaft besteht ein absolutes Kündigungsverbot nach dem Mutterschutzgesetz, auch in der Probezeit.
Auszubildende
Nach Ablauf der Probezeit (max. 4 Monate) sind Azubis faktisch unkündbar, außer aus wichtigem Grund.
Checkliste für eine sichere Kündigung
- ✓Schrifttform wahren:Zwingend auf Papier mit nasser Unterschrift (§ 623 BGB). Keine E-Mail!
- ✓Zugang beweisen:Bote, Einschreiben oder persönliche Übergabe mit Quittung.
- ✓Urlaub & Überstunden:Klären Sie die Abwicklung der Restansprüche im Kündigungsschreiben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lang ist die Kündigungsfrist in der Probezeit?▼
Muss eine Kündigung in der Probezeit begründet werden?▼
Gilt der Kündigungsschutz auch in der Probezeit?▼
Kann die Probezeit verlängert werden?▼
Was passiert bei Kündigung am letzten Tag der Probezeit?▼
Gilt die zweiwöchige Kündigungsfrist auch für den Arbeitnehmer?▼
Darf der Arbeitgeber während einer Krankheit in der Probezeit kündigen?▼
Fazit
Die Kündigung in der Probezeit ist zwar formal einfacher als im geschützten Arbeitsverhältnis, verzeiht aber keine Nachlässigkeit. Wer die Fristen nach § 622 BGB korrekt berechnet und die Schriftform wahrt, vermeidet teure Überraschungen vor dem Arbeitsgericht. Nutzen Sie unsere Vorlagen, um sicherzustellen, dass Ihr "Trennungsversuch" rechtlich auf soliden Füßen steht.
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