Erstellen Sie einen rechtssicheren Schenkungsvertrag für Geld, Fahrzeuge oder andere Vermögenswerte. Unser Muster enthält alle wichtigen Bestandteile inklusive Hinweisen zur Schenkungsteuer und Widerrufsrecht.
Wichtig bei Immobilien
Die Schenkung von Grundstücken und Immobilien erfordert zwingend notarielle Beurkundung! Dieses Muster dient bei Immobilien nur zur Vorbereitung – die eigentliche Übertragung muss durch einen Notar erfolgen.
Schenkungsvertrag – Was Sie wissen müssen
Eine Schenkung ist eine unentgeltliche Zuwendung, durch die der Schenker den Beschenkten aus seinem Vermögen bereichert (§ 516 BGB). Anders als beim Kauf wird keine Gegenleistung erwartet.
Schenkungsteuer-Freibeträge (Stand 2026)
| Verwandtschaft | Freibetrag | Steuerklasse |
|---|---|---|
| Ehegatte / Lebenspartner | 500.000 € | I |
| Kinder, Stiefkinder | 400.000 € | I |
| Enkel | 200.000 € | I |
| Eltern, Großeltern | 100.000 € | II |
| Geschwister, Nichten, Neffen | 20.000 € | II |
| Nicht verwandt | 20.000 € | III |
Die Freibeträge gelten alle 10 Jahre neu und können mehrfach genutzt werden.
💡 Tipp: Schenkung in Raten
Möchten Sie größere Vermögenswerte übertragen, kann eine Aufteilung auf mehrere Schenkungen sinnvoll sein. Da der Freibetrag alle 10 Jahre gilt, können Sie so steuerfrei höhere Beträge übertragen. Lassen Sie sich bei größeren Schenkungen steuerlich beraten!
Praxis-Beispiel
Ingrid Lehmann schenkt ihrer Tochter 50.000 € für den Kauf einer Eigentumswohnung. Da Mutter und Tochter einen schriftlichen Schenkungsvertrag abschließen, ist die Zuwendung eindeutig dokumentiert. Der Freibetrag für Schenkungen an Kinder beträgt nach § 16 ErbStG alle zehn Jahre 400.000 € – die Schenkung bleibt damit steuerfrei. Ohne Dokumentation hätte das Finanzamt die Herkunft der Mittel im Grunderwerbsverfahren hinterfragen können.
Zahlen & Fakten
In Deutschland werden jährlich Vermögenswerte von schätzungsweise über 400 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt (DIW Berlin). Schenkungen unter Lebenden sind besonders beliebt, um Erbschaftsteuer durch geschicktes Ausnutzen der 10-Jahres-Freibeträge zu minimieren. Laut Statistischem Bundesamt wurden zuletzt jährlich rund 40.000 steuerpflichtige Schenkungen beim Finanzamt angezeigt.
Gefahren & Warnung
Schenkungen können unter bestimmten Umständen zurückgefordert werden – etwa bei grobem Undank (§ 530 BGB) oder wenn der Schenker nach der Schenkung verarmt (§ 528 BGB). Bei Immobilien ist ein notariell beurkundeter Vertrag nach § 518 BGB zwingend erforderlich – ein formloses Schenkungsversprechen ist ohne Beurkundung nichtig. Zudem müssen Schenkungen für Zwecke der Erb- und Schenkungsteuer dem Finanzamt gemeldet werden.
Hinweis: Diese Vorlage dient ausschließlich als Orientierungshilfe auf Basis des BGB und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei rechtlich komplexen Situationen empfehlen wir die Hinzuziehung eines zugelassenen Rechtsanwalts.
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Häufige Fragen zum Schenkungsvertrag
Wann brauche ich einen Schenkungsvertrag?
Ein schriftlicher Schenkungsvertrag ist zwar rechtlich nicht immer erforderlich (Schenkung kann mündlich + Übergabe erfolgen), aber dringend empfohlen bei: höheren Werten, Beweiszwecken, Schenkung unter Auflagen, steuerlichen Gründen. Bei Immobilien ist notarielle Beurkundung Pflicht!
Wie hoch sind die Freibeträge bei der Schenkungsteuer?
Die Freibeträge richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad: Ehegatten/Lebenspartner: 500.000 €, Kinder: 400.000 €, Enkel: 200.000 €, Eltern/Großeltern: 100.000 €, Geschwister/Nichten/Neffen: 20.000 €, Nicht Verwandte: 20.000 €. Die Freibeträge gelten alle 10 Jahre neu.
Muss eine Schenkung beim Finanzamt gemeldet werden?
Ja, sowohl Schenker als auch Beschenkter müssen die Schenkung innerhalb von 3 Monaten beim Finanzamt anzeigen (§ 30 ErbStG). Bei notariellen Schenkungen übernimmt der Notar die Meldung. Steuerfrei ist die Schenkung nur bis zum Freibetrag.
Kann eine Schenkung rückgängig gemacht werden?
Ja, in bestimmten Fällen: 1) Widerruf wegen groben Undanks (§ 530 BGB) – z.B. schwere Straftaten gegen den Schenker, 2) Rückforderung wegen Verarmung des Schenkers (§ 528 BGB), 3) Bei Auflagenschenkung: wenn Auflagen nicht erfüllt werden. Die Frist für Widerruf beträgt 1 Jahr ab Kenntnis.
Wann muss ein Schenkungsvertrag notariell beurkundet werden?
Eine notarielle Beurkundung ist Pflicht bei: Schenkung von Immobilien/Grundstücken (§ 518 BGB), GmbH-Anteilen, und Schenkungsversprechen (wenn noch nicht übergeben). Bei Geld- oder Sachschenkungen mit sofortiger Übergabe ist keine Beurkundung nötig.
Was ist eine Auflagenschenkung?
Bei einer Auflagenschenkung ist die Schenkung an bestimmte Bedingungen geknüpft, z.B.: ‘Das Geld darf nur für die Ausbildung verwendet werden’ oder ‘Die Immobilie darf zu Lebzeiten nicht verkauft werden’. Werden Auflagen nicht erfüllt, kann der Schenker die Schenkung widerrufen.